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12.06.2013

Begegnung mit der italienischen Schriftstellerin Dacia Maraini

  • Ort: Erlangen
  • Beginn: 20.06.13
  • Ende: 20.06.13
  • Disziplinen: Literaturwissenschaft
  • Sprachen: Italienisch

Die italienische Schriftstellerin Dacia Maraini ist am Donnerstag, den 20. Juni, zu Gast an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

 

Maraini gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen Italiens und wird bei ihrem Besuch an der FAU ihr neuestes Buch "L’amore rubato" vorstellen. Die Veranstaltung beginnt um 10.00 Uhr und findet im Kollegienhaus, Raum 1.011 (Senatssaal), statt. Gelesen und vorgetragen wird in italienischer Sprache mit deutscher Übersetzung.

 

Organisiert wird die Veranstaltung von der Abteilung Italienisch des Sprachenzentrums der FAU in Zusammenarbeit mit dem italienischen Kulturinstitut München. Prof. Dr. Christian Rivoletti (Institut für Romanistik der FAU) wird die Veranstaltung moderieren.

 

Dacia Maraini wurde 1936 in der Nähe von Florenz geboren. Ihre Familie (ihr Vater war der weltbekannte Anthropologe, Ethnologe, Schriftsteller und Fotograf Fosco Maraini, ihre Mutter die Palermitaner Schriftstellerin, Malerin und Galeristin Topazia Alliata di Salaparuta) zog aufgrund der damaligen historischen Umstände nach Japan, wo Maraini bis 1946 blieb. Heute lebt sie in Rom. Ihre ersten Kurzgeschichten veröffentlichte Maraini schon mit 18 Jahren. Mit "Tage im August" wurde sie 1962 über Nacht berühmt. Daneben verfasste sie Theaterstücke, Gedichtbände, Essays und Romane. Zu ihren erfolgreichsten Veröffentlichungen gehören "Die stumme Herzogin", "Stimmen" und "Kinder der Dunkelheit". Die Autorin erhielt zahlreiche Preise, darunter auch den Premio Strega und den Preis Campiello. Ihre Romane wurden in über 20 Sprachen übersetzt.

 

Während der 1970er-Jahre schloss sich Maraini der Frauenbewegung Italiens an und nahm an Hausbesetzungen und Demonstrationen teil. Diese Phase spiegelt sich auch in ihrer Literatur wider. Sie wird als die erste Schriftstellerin Italiens angesehen, die sich speziell mit Themen wie Vergewaltigung, Inzest, Prostitution oder lesbische Liebe aus feministischer Sicht auseinandersetzt und in ihren Werken die Rolle der Frau in unterschiedlichen Lebensbereichen aufgreift.

 

In "L’amore rubato" erzählt Dacia Maraini acht Schicksale von ebenso vielen Frauen, die in unterschiedlicher Form Opfer von männlicher Gewalt sind. Anhand dieser Beispiele mit teilweise konstant vorhandener, teilweise episodenhaft auftretender Gewalt werden gleichermaßen brutale und subtile Mechanismen der Macht geschildert, die nicht nur Körper, sondern auch Seelen zerreißen. Durch ihr Buch bricht Maraini noch einmal das Schweigen, das zu Unrecht auch heute das Alltagsleben vieler Frauen kennzeichnet, und fokussiert auf ein in allen Kulturen schwelendes Problem, zu dessen Instrumenten Diskriminierung und Erniedrigung zählen.

 

Von:  Monica Biasiolo

Publiziert von: cf