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17.06.2013

Das Wissen der Poesie. Lyrische und epische Versdichtung und die Wissenschaften im 19. Jahrhundert

  • Ort: Freiburg i.Br.
  • Beginn: 04.07.13
  • Ende: 06.07.13
  • Disziplinen: Literaturwissenschaft
  • Sprachen: Französisch

Untersuchungen zur Interaktion zwischen Literatur und Wissenschaften im 19. Jahrhundert haben sich bis jetzt auf erzählende Prosatexte konzentriert. Damit folgt die Forschung einflussreichen dichtungstheoretischen Positionen des 19. Jahrhunderts, die, wie etwa bei Hegel, der Lyrik die Selbstaussprache des Subjekts als zentrale Aufgabe zuweisen und das Epos zu einer Gattung der Vergangenheit erklären, die der Prosa der modernen Verhältnisse nicht gerecht werden könne. Tatsächlich finden sich in dem Zeitraum aber zahlreiche Gedichte und Versepen, die sich mit den rasanten Entwicklungen in den Natur- und Humanwissenschaften auseinandersetzen. Diese oft vernachlässigte Dimension der historischen Beziehung zwischen Literatur und Wissenschaft steht im Zentrum der geplanten Tagung. Zum einen soll gefragt werden, welche affirmativen, kritischen, parodistischen oder anderen Zielsetzungen mit der Wahl der Versgattung verbunden sind; zum anderen sollen die Vertextungsmodi analysiert werden, die im Kontakt mit den Wissenschaftsdiskursen entwickelt werden. Die Tagung wird diesen Fragen für die deutsche, französische und englische Literatur nachgehen, da dieser Vergleich im Horizont der intensiven wissenschaftlichen und ästhetischen Transferbeziehungen besonders fruchtbar zu sein verspricht.

 

 

Programm

 

Donnerstag, 4.7.2013

 

14:15 Begrüßung

14:30 Einführung

 

15:00 Olav Krämer (Freiburg)

Naturforschung und Lukrez-Rezeption in Erasmus Darwins The Temple of Nature und in Goethes Metamorphose der Tiere

 

16:00 Christoph Bode (München)

„There is no want of knowledge [...] We want the creative faculty to imagine that which we know.“ (P.B. Shelley) – Die Wissenschaften im Konterdiskurs der englischen Romantik

 

17:30 Thomas Klinkert (Freiburg)

Wissenschaft als Quelle poetischer Inspiration. Baudelaires Poetik des Rausches

 

18:30 Karin Westerwelle (Münster)

„Amer savoir“. Grenzen des Wissens in der Lyrik Charles Baudelaires

 

 

Freitag, 5.7.

 

9:00 Georg Braungart (Tübingen)

„Lias-Terebratuliten“ – Geologie und Wissen im ‚Biedermeier’ (Annette von Droste-Hülshoff und Eduard Mörike)

 

10:00 Kai Merten (Kiel)

„we / Are that which we would contemplate from far“: Anthropologie in der britischen Lyrik des 19. Jahrhunderts

 

11:30 Ulrike Zimmermann (Freiburg)

(R)Evolutionslyrik? Charles Darwin bei britischen Dichterinnen des späten 19. Jahrhunderts

 

14:30 Marco Bosshard (Bochum)

Epos und Wissenschaft von Chénier zu den Parnassiens

 

15:30 Henning Hufnagel (Freiburg)

„Positivisme esthétique“. Lyrik und Wissenschaft bei den Parnassiens

 

17:00 Hugues Marchal (Basel)

Sully Prudhomme ou le lyrisme de la perte des repères

 

18:00 Fabian Lampart (Freiburg)

Lyrik und Ökonomie im 19. Jahrhundert. Überlegungen zu einem spannungsreichen Verhältnis

 

 

Samstag, 6.7.

 

9:00 Marc Föcking (Hamburg)

Tempo! Technisches Wissen und lyrische Innovation in französischen und italienischen Eisenbahngedichten des 19.Jahrhunderts

 

10:00 Alexander Nebrig (Berlin)

Die Entbindung der Disziplin in gebundener Rede. Zum epistemologischen Status naturalistischer Versdichtung

 

11:30 Benjamin Specht (Stuttgart)

„[W]ahre Wurzel alles Denkens und Redens“. Der wissenschaftliche Metapherndiskurs um 1900 und die Lyrik Hugo von Hofmannsthals

 

12:30 Abschlussdiskussion

 

 

Planung und Durchführung:

Dr. Henning Hufnagel und Dr. Olav Krämer (Freiburg i.Br.)

 

Kontakt:

Henning Hufnagel, henning.hufnagel@frias.uni-freiburg.de

Olav Krämer, olav.kraemer@frias.uni-freiburg.de

 

 

Von:  Henning Hufnagel

Publiziert von: RZ