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17.10.2012

Le Franco-Allemand oder die Frage nach den Herausforderungen transnationaler Vernetzung / Le Franco-Allemand ou les enjeux des réseaux transnationaux

  • Ort: Lutherstadt Wittenberg
  • Beginn: 14.06.13
  • Ende: 16.06.13
  • Disziplinen: Medien-/Kulturwissenschaft, Weitere Teilbereiche
  • Sprachen: Französisch, Sprachenübergreifend
  • Frist: 31.01.13

In der augenblicklichen Krise der Europäischen Union scheint es eine Konstante zu geben, an der keiner zweifelt: die Verlässlichkeit der deutsch-französischen Beziehungen. Diese scheinen enger denn je und haben im Europa der 27 nicht an Bedeutung verloren. Ganz im Gegenteil. Nie zuvor ist es in der Geschichte Europas zu einer nachhaltigeren Kooperationsbeziehung mit einer solchen Sogwirkung gekommen, wie sie im Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit vom 22. Januar 1963 festgehalten worden ist.

 

Aus den einstmaligen (Erb)Feinden ist ein vielzitiertes Tandem geworden, das sich nunmehr als Motor Europas versteht und von dem politischen Willen getragen wird, die Zukunft gemeinsam zu beschreiten. Davon zeugen die Gründungen zahlreicher Institutionen in den Bereichen Politik (Deutsch-Französischer Ministerrat), Sicherheit (Deutsch-Französische Brigade), Medien (Arte), Forschung (Centre Marc Bloch in Berlin, Deutsches-Historisches Institut in Paris, CIERA in Paris) sowie Bildung (Deutsch-Französische Hochschule, Deutsch-Französische Gymnasien, Deutsch-Französisches Geschichtsbuch). Daneben sind eine Vielzahl von Symbolen und Bildern entstanden, die erst im Kontext der wechselseitigen Geschichte beider Nachbarländer zu deuten sind. Weitere Hinweise für eine transnationale Vernetzung liefern Gedächtnisorte, die von einer gemeinsamen Erinnerung zeugen und ohne den Bezug zum Anderen nicht denkbar sind (Verdun, Versailles).

 

Diese und weitere Beispiele erlauben die Annahme, dass das Franco-Allemand zu einer festen Bezugsgröße geworden ist und nicht, wie etwa Pierre Nora behauptet, ausgedient habe. In einem jüngst mit der FAZ geführten Interview wirft der prominente Historiker einen äußerst pessimistischen Blick auf den deutsch-französischen Kulturaustausch. Fehlende Sprachkenntnisse, strukturelle Unterschiede und die zunehmende Renationalisierung politischer Debatten nach 1989 seien der Grund, weshalb man weder von einem gemeinsamen Denken noch von einer transnationalen Gemeinschaft sprechen könne. Die gemeinsame, einst von der humanistischen Bildung getragene Zivilisation sei nunmehr zersplittert und befinde sich in einer tiefen Krise.

 

In der Tat ist die deutsch-französische Verständigung kein Selbstläufer und unterliegt trotz des politischen und ökonomischen Willens Hindernissen und Herausforderungen. Diese sind insbesondere in der gegenwärtigen Wissenschaftskooperation spürbar und scheinen das Prinzip der Transnationalität in Frage zu stellen. Als exemplarisch erweisen sich Ergebnisse quantitativer Studien in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Hier zeigt sich, dass kaum ein Austausch aktueller Forschungsdebatten betrieben wird und in erster Linie national determinierte Analysekategorien Anwendung finden. Gleiches ließe sich von den Kulturwissenschaften und der histoire culturelle behaupten. Das Verharren in nationalen Denkstilen verhindert die Gemeinsamkeit forschenden Arbeitens und die Ausbildung neuer über die Grenzen hinausgehender Strukturmuster.

 

Wie diese Strukturmuster beschrieben werden können, ist bislang kaum untersucht worden und gehört zu den zentralen Anliegen der Tagung. Während im Jubiläumsjahr vielerorts die Frage nach der Modellhaftigkeit der deutsch-französischen Beziehungen aufgeworfen wird, soll es hier darum gehen, das Franco-Allemand in seiner transnationalen Eigenschaft näher zu beleuchten. Auf verschiedenen Gebieten soll der Frage nachgegangen werden, wie sich transnationale Strukturen des Franco-Allemand herausgebildet haben, wie diese zu beschreiben sind und wie diese nationale Interessen und Strukturen überwinden und gegebenenfalls in Konflikt mit ihnen geraten. Folglich möchte die Tagung weniger eine Bestandsaufnahme jener Phänomene darstellen, die das Franco-Allemand ausmachen, als vielmehr einen Beitrag zu dessen Problematisierung leisten. Unterschiedliche methodische Zugänge, die das Transnationale thematisieren (histoire croisée, entangled history, Transferforschung, Institutionenforschung etc.), sollen sich dabei ergänzen und richtungsweisend für zukünftige Forschungen wirken. Mögliche Themenbereiche sind:

 

- Politik (transnationale Interessen in Europa/ in der Welt)

- Literatur (transnationale Produktions- und Rezeptionsprozesse)

- Musik/ Kunst (transnationale Dynamiken)

- Kulturgeschichte (transnationale Erinnerungsorte, kollektives Gedächtnis)

- Wirtschaftskommunikation (transnationale Unternehmenskulturen und Management)

- Mischkulturen in Begegnung (transnationale Lebensformen, Erfahrungswelten)

- Wissenschaftskooperation (Vernetzung in den Geistes- und Sozialwissenschaften)

- Hochschulkooperation (transnationale Studienkulturen)

- Medien (grenzüberschreitende Formen der Bildersprache)

- Philosophie (transnationale intellektuelle Netzwerke)

- Mittlerfiguren (multiperspektivische Standpunkte, Reflexivität)

 

Diese Veranstaltung, die von der Französischen Botschaft gefördert wird, richtet sich ganz besonders an junge Forscher aus Deutschland und Frankreich, die im Rahmen ihrer Qualifizierung Aspekte des Transnationalen untersuchen. Das Kolloquium soll ihnen die Möglichkeit geben, ihre Arbeit vor einem deutsch-französischen Expertenpublikum zu präsentieren. Eine Veröffentlichung der Tagung ist vorgesehen und soll anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags Ende 2013 erscheinen. Reise- und Unterbringungskosten werden nach Möglichkeit im Rahmen der eingeworbenen Drittmittel erstattet.

 

Bitte senden Sie uns Ihre Vorschläge mit Titel, inhaltlicher Skizze von 2500 Zeichen und Lebenslauf bis zum 31. Januar 2013 an:

Prof. Dr. Dorothee Röseberg (dorothee.roeseberg@romanistik.uni-halle.de)

Marie-Therese Mäder (marie-therese.maeder@romanistik.uni-halle.de)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Institut für Romanistik

Französische und spanische Kulturwissenschaft

Dachritzstraße 12

D – 06108 Halle Saale

 

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Malgré la crise actuelle de l’Union européenne il semble y avoir une constante dont personne ne doute : la fiabilité des relations franco-allemandes. Celles-ci paraissent plus fortes que jamais et n’ont rien perdu de leur signification dans l’Europe des vingt-sept. Bien au contraire. Jamais auparavant dans l’histoire de l’Europe on n’était allé aussi loin dans une coopération bilatérale, ainsi qu’elle avait été fixée dans le traité de coopération franco- allemande du 22 janvier 1963.

 

Les ennemis (héréditaires) d’hier sont devenus un couple régulièrement cité qui se conçoit désormais comme moteur de l’Europe, porté par la volonté politique d’aborder le futur ensemble. En témoignent les fondations de nombreuses institutions dans les domaines de la politique (Conseil des ministres franco-allemand), de la sécurité (brigade franco-allemande), des médias (Arte), de la recherche (Centre Marc Bloch à Berlin, Institut historique allemand, CIERA à Paris) ainsi que de la formation (Université franco-allemande, lycées franco-allemands, manuel d’histoire franco-allemand). En outre, un grand nombre de symboles et d’images sont apparus, dont le sens ne se révèle que dans l’histoire réciproque des deux voisins. Les lieux de mémoire, qui témoignent d’un souvenir commun et qui sont impensables sans la référence à l’autre (Verdun, Versailles), proposent d’autres signes d’existence d’un réseau transnational.

 

Tous ces exemples conduisent à la supposition que le franco-allemand est devenu une référence et qu’il n’est pas caduque, comme l’affirme Pierre Nora. Dans une interview récemment accordée à la Frankfurter Allgemeine Zeitung, le célèbre historien jette un regard extrêmement pessimiste sur l’échange culturel franco-allemand. Des connaissances linguistiques lacunaires, des différences structurelles et la renationalisation montante des débats politiques depuis 1989 tendraient à prouver que l’on ne peut parler d’une communauté transnationale ni au point de vue intellectuel ni même de manière globale. La civilisation partagée, autrefois portée par la culture humaniste, aurait désormais volé en éclats et se trouverait dans une crise profonde.

 

En effet, malgré les volontés politiques et économiques, l’entente franco-allemande ne va pas de soi et rencontre des obstacles et des défis à relever. Ceux-ci sont perceptibles en particulier dans la coopération scientifique actuelle et semblent remettre en question le principe de transnationalité. En témoignent les résultats d’études quantitatives dans les sciences humaines et sociales. Ces derniers révèlent qu’il n’y a qu’un échange limité des discussions scientifiques entre les chercheurs des deux pays, carence démontrée clairement par l’emploi de catégories analytiques de portée strictement nationale. On pourrait tenir le même discours concernant les Kulturwissenschaften d’une part et l’histoire culturelle de l’autre. La persistance de modes de pensée nationaux empêche la recherche en commun et la formation de modèles structurels dépassant les frontières.

 

La manière dont ces mêmes modèles peuvent être décrits n’a pour l’instant que peu été examinée et fait partie des objectifs principaux de ce colloque. Alors que pendant cette année commémorative la question du caractère exemplaire des relations franco-allemandes est soulevée à maintes reprises, il s’agit ici de préciser le franco-allemand dans sa qualité transnationale. On se propose d’interroger dans différents domaines la manière dont les structures transnationales du franco-allemand se sont formées, la manière dont on peut les décrire et comment ces dernières surmontent intérêts et structures nationaux, ou au contraire entrent en conflit avec eux. Par conséquent, ce colloque ne souhaite pas tant dresser un état des lieux de tous ces phénomènes qui constituent le franco-allemand mais, bien plus, contribuer à sa problématisation. Il conviendrait de considérer différentes approches méthodiques qui prennent pour sujet le transnational (histoire croisée, entangled history, études de transfert, recherche sur les institutions, etc.) et qui pourraient jouer un rôle précurseur pour des recherches futures. Quelques axes de réflexion:

 

- Politique (intérêts transnationaux en Europe / dans le monde)

- Littérature (processus de production et réception littéraire)

- Musique/Art (dynamiques transnationales)

- Histoire culturelle (lieux de mémoire transnationaux, mémoire collective)

- Économie de la communication (cultures d’entreprise transnationales et management)

- Cultures hybrides (trajectoires personnelles, appréhension du monde)

- Coopération scientifique (échanges dans les sciences humaines et sociales)

- Coopération académique (cultures universitaires transnationales)

- Médias (images transfrontalières)

- Philosophie (réseaux intellectuels transnationaux)

- Médiateurs culturels (regards croisés, réflexivité)

 

Ce colloque qui est organisé avec le soutien de l’Ambassade de France s’adresse tout particulièrement à de jeunes chercheurs français et allemands qui travaillent dans le cadre de leur qualification sur des aspects du transnational. La manifestation voudrait leur donner la possibilité de présenter leurs travaux devant un public d’experts des deux pays. Une publication est prévue et sortira pour les 50 ans de la signature du traité de l’Élysée fin 2013. Les frais de voyage et d’hébergement seront pris en charge en fonction des subventions obtenues.

 

Veuillez envoyer d’ici le 31 janvier 2013 le titre de votre proposition, un exposé de 2500 signes et un CV à :

Prof. Dr. Dorothee Röseberg (dorothee.roeseberg@romanistik.uni-halle.de)

Marie-Therese Mäder (marie-therese.maeder@romanistik.uni-halle.de)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Institut für Romanistik

Französische und spanische Kulturwissenschaft

Dachritzstraße 12

D – 06108 Halle Saale

 

 

 

Von:  Marie-Therese Mäder

Publiziert von: cs